CSU „ schmerzlich betroffen“ vom Wahlergebnis

Flüchtlingsfrage wahlentscheidend - Straubinger: „Vertrauen zurück gewinnen“

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Dingolfing: Mit „großer Betroffenheit und spürbarer Enttäuschung“  hat der CSU- Kreisverband das Ergebnis der Bundestagswahl analysiert. MdB Max Straubinger dankte seinen Wählern und sagte zu, weiterhin mit Einsatz, Klarheit und Verantwortungsbewusstsein für die Heimat zu arbeiten.
Die Verluste der CSU im Wahlkreis sowie ganz Bayern seien dramatisch, so der CSU- Kreisvorsitzende Max Straubinger MdB eingangs der Vorstandssitzung der Kreis- CSU im Wirgarten in Dingolfing. Die Union  habe zwar das Ziel erreicht, Rot- Rot- Grün im Bund zu verhindern und erneut als stärkste Fraktion in den 19. Deutschen Bundestag einzuziehen, könne aber mit dem Ergebnis in keiner Weise zufrieden sein. Darüber hinaus konnte kein einziger Kandidat der CSU über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Dies sei umso mehr bedauerlich, da Gudrun Zollner trotz eines aussichtsreichen Listenplatzes kein neuerliches Mandat erhalten habe.
Zur Kreisvorstandssitzung konnte der Kreisvorsitzende neben Staatsminister a.D. MdL Erwin Huber, seine Stellvertreter Gudrun Zollner MdB, Werner Straubinger, Hanns Brennsteiner sowie für die FU Dr. Petra Loibl, die SEN- Union Carmen Böhm, die JU Benjamin Taitsch, die Vorsitzende des Arbeitskreises Schule, Bildung und Sport, Diana Königer, sowie stellvertretend für die Ortsvorsitzenden und die weiteren Kreisvorstandsmitglieder Josef Kriener begrüßen.
Das für die CSU und ihn enttäuschende Wahlergebnis sei Auftrag und Verpflichtung zugleich, sich auch in der kommenden Legislaturperiode  mit ganzer Kraft für die Belange des Wahlkreises und der bayerischen Heimat einzubringen. Wir wollen verloren gegangenes Vertrauen zurück gewinnen, so Max Straubinger.
Seinen  besonderen  Dank sprach Straubinger  den vielen CSU- Mitgliedern und Funktionären aus, die die CSU und ihn in den letzten Monaten tatkräftig unterstützt hätten. Am Einsatz vor Ort habe es nicht gefehlt, so der Kreisvorsitzende, sondern an der großen politischen Linie.
Die CSU habe Stimmen an die FDP aber insbesondere in Niederbayern an die AfD verloren. Als Ursachen sehen Straubinger und Huber vor allem die Angst, dass sich die Flüchtlingsströme aus dem Herbst 2015, die gerade den niederbayerischen Raum an seine Belastungsgrenzen geführt hätten, wiederholen könnte. Die AfD habe es mit einer Angstkampagne verstanden, Teile der Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen, wobei es keinerlei konkrete Anhaltspunkte dafür gäbe, dass sich das wiederholen würde.  Dass die CSU bereits im Bund eine strengere Flüchtlingspolitik umsetzen konnte, sei zu wenig angekommen. Die CSU habe es im Gegeneinander der Unionsparteien nicht geschafft, dies klar, deutlich und glaubwürdig zu kommunizieren.
Als kurios hält man es in der CSU, dass der hohe AfD- Stimmenanteil gerade die besonders flüchtlingsfreundlichen Grünen voraussichtlich in eine Bundesregierung brächten. Die Regierungsbildung werde nicht einfach. Die CSU wolle in den Verhandlungen ihre Handschrift einbringen, denn im Gegensatz zur AfD habe man Einfluss in Berlin, stellen die Christsozialen heraus.
Staatsminister Huber berichtete aus der Landtagsfraktion. Auch dort sei man über das schlechte Wahlergebnis der CSU besorgt. Auch in der Landtagsfraktion werde intensiv Ursachenforschung betrieben und gegengesteuert. Die CSU müsse in Zukunft ihr Profil wieder schärfen und eine klare Linie vertreten. Die Erfolgsgeschichte Bayerns, Wohlstand und Sicherheit seien untrennbar mit der CSU verbunden. Für die Landtagswahl in einem Jahr  müssten schon erkennbare Konsequenzen gezogen werden.
Radikale Strömungen von rechts wie links seien eine Gefahr für die Zukunft Bayerns und ganz Deutschlands, mahnten Straubinger und Huber übereinstimmend. Einen Rechtsruck der CSU dürfe und könne es nicht geben. „ Die CSU bleibt die Volkspartei der Mitte mit klarer sozialer, konservativer und liberaler Orientierung“, betonen die Mandatsträger der CSU.